So entsteht Merinowolle – von der Schur bis zur Wolle







Frisch geschorene Merinowolle

Wer ein Merino-Shirt beim Sport oder im Alltag trägt, denkt kaum daran, welche Arbeit vorangegangen ist um die Wolle vom Schaf in Form eines Shirts auf den eigenen Körper zu bringen.
Zunächst einmal war da das Schaf. In unserem Fall ist es in Neuseeland auf der Südinsel. Im Sommer ist es in höheren Regionen auf der Weide und wird dann im Winter in niedrigere Regionen gebracht um es vor Kälte zu schützen. Geschoren werden die Schafe dann im Frühling.
Noch ist sie mit Verunreinigungen versehen und muss daher im nächsten Arbeitsgang gewaschen und gereinigt werden. Aber, wir sehen bereits jetzt schon sehr schön, wie die Wolle „gecurlt“ ist. Das heißt, dass die Fasern wie ein Korkenzieher gedreht sind. Das verleiht ihr Volumen und Dehnbarkeit und ist ein Kriterium für eine hochwertige Wolle. Auch die Faserlänge ist hier sehr schön erkennbar und entscheidend für einen hochwertigen Wollstoff.

Anschließend wird die Wolle komplett gereinigt und von Schmutz und Rückständen befreit. Nach der Reinigung sieht die Merinowolle so aus.

Kammgarn entsteht

Als nächstes wird ein Faserstrang gebildet, das sogenannte Kammgarn. Dieses bildet die Vorstufe zum Garn, das benötigt wird um einen Stoff aus Merinowolle herzustellen.

<< Das Kammgarn sieht dann so aus.

Aus dem Kammgarn wird das Wollgarn gesponnen

In der letzten Vorstufe der Stoffherstellung wird aus dem Kammgarn das Wollgarn gesponnen. In unserem Beispiel sehen wir ein Garn, wie es zum Stricken verwendet wird. Für die Herstellung eines Merino Shirt Stoffes werden feinere Garne verwendet und zu einem Gewirke verarbeitet.

Das Wollgarn, wie wir es kennen. >>

Dies ist nur ein grober Überblick über die einzelnen Verarbeitungsschritte und der gesamte Prozess ist sehr komplex und es gibt eine Menge Stellräder um die Qualität des fertigen Stoffes zu beeinflussen und zu bestimmen.

Das Endprodukt der Wollverarbeitung: Der fertige Merinostoff, wie er für ein Merino Shirt verwendet wird.

Dieser Stoff hat zum Beispiel eine Grammatur von 150 g. Diese Gewichtsbezeichnung gibt das Warengewicht auf einen Quadratmeter Stoff an. Der Stoff zeichnet sich durch eine gleichmäßige Struktur aus und es sind keine Faserverdickungen zu sehen. Somit ist die Oberfläche glatt und zeigt sich nicht flusig, was zu einem schnellen Peeling führen würde.

Die Faserstärke oder Faserfeinheit von Wolle hat natürlich auch einen entscheidenden Einfluss auf den Tragekomfort. Generell könnte man sagen, dass je Feiner die Faser, desto höher der Tragekomfort. Die richtige Wahl für einen Merinostoff hängt vom Verwendungszweck ab. Im Funktionsbereich für Sport und Freizeit ist die sinnvolle Untergrenze 18,9 Mikron, denn nur so ist sie auch noch robust und strapazierfähig genug. Feinere Merinostoffe sind den Mode- und Lifestyle-Kollektionen vorbehalten.


Ein Beispiel für sehr feine Merinowolle mit 17,5 Mikron (links) 

und gröbere Merinowolle mit 25 Mikron (rechts)


Weiche Merinowolle mit 21,9 Mikron


Während die Faserfeinheit der Merinowolle bis 21,9 Mikron als Next-To-Skin Qualität zu bewerten ist, sind Fasern von 25 Mikron schon spürbar gröber und liegen fast an der Kratzgrenze von 27 Mikron.

Im Teil 2 widmen wir uns der Herstellung des Merino Shirts, ausgehend vom Zuschnitt bis zur letzten Naht – natürlich Made in Germany..


Erfahrt mehr über die Merinowolle, die wir für unsere Kaipara-Produkte verwenden